Heike hört zu, Teil 2: „Unsere Vereine brauchen nicht nur Lob, sondern Unterstützung"
Heike hört zu: „Unsere Vereine brauchen nicht nur Lob, sondern Unterstützung"
Mein zweites Gespräch in der Reihe „Heike hört zu" führte mich zu Hu Sanae Kaisik vom TSV Buchholz 08. Wir haben über das Sommercamp, fehlende Schwimmzeiten, Sportflächen, Bürokratie und die Frage gesprochen, wie unsere Stadt Vereine besser unterstützen kann.
1.400 Anmeldungen für ein Sommercamp. Diese Zahl zeigt schon ziemlich deutlich, welche Bedeutung der TSV Buchholz 08 für viele Kinder und Familien hat.
Dabei kommen längst nicht alle Kinder aus dem Verein. Einige sogar aus Salzhausen oder Winsen. Das Angebot reicht von Fußball und Tennis über gesundes Essen bis zum Nähen.
Besonders nachdenklich gemacht hat mich ein anderer Punkt: Unter den angemeldeten Kindern sind viele aus Familien mit alleinerziehenden Eltern. Das Camp ist damit nicht nur ein Freizeitangebot, sondern für manche Familien auch eine wichtige und bezahlbare Betreuung in den Ferien. Solche Angebote werden gebraucht - gerade weil es in den Ferien noch immer an ausreichender Betreuung zu fairen Preisen fehlt.
Aber wer solche Angebote auf die Beine stellt, braucht Unterstützung.
Ein großer Teil unseres Gesprächs drehte sich deshalb um die Rahmenbedingungen für den Sport in Buchholz.
Beim Thema Sportflächen wünscht sich der TSV 08, dass wir nicht ausschließlich auf den Holzweg schauen. Auch das Rütgersgelände könnte beispielsweise Flächen für Sport und Bewegung bieten. Grundsätzlich finde ich den Gedanken richtig: Wir sollten Sportmöglichkeiten in der ganzen Stadt mitdenken und vorhandene Flächen sinnvoll nutzen.
Besonders ausführlich haben wir über das Schwimmen gesprochen.
Es gibt in Buchholz zu wenige Schwimmzeiten und damit auch zu wenige Möglichkeiten für Schwimmkurse. Der TSV Buchholz 08 versucht hier bereits selbst, eine Lücke zu schließen: Von April bis Oktober betreibt der Verein einen mobilen Schwimmcontainer.
Das ist ein tolles Angebot - aber eben auch eines, das Geld kostet. Die laufenden Kosten für einen solchen Container sind erheblich und müssen vom Verein gestemmt werden.
Gerade deshalb wurde mein Ziel eines neuen Schwimmbades für Buchholz im Gespräch sehr positiv aufgenommen. Ein neues Bad würde nicht nur zusätzliche Schwimmzeiten ermöglichen. Es könnte auch Vereine wie den TSV 08 spürbar entlasten und bessere Voraussetzungen dafür schaffen, dass mehr Kinder in Buchholz sicher schwimmen lernen.
Denn Schwimmen ist für mich nicht nur Sport. Schwimmen zu können, kann Leben retten.
Auch die Qualifizierung von Trainerinnen und Trainern war Thema. Hier besteht der Wunsch, Weiterqualifikationen im Schwimmbereich einfacher und praktikabler zu gestalten.
Aber auch bei der Förderung müssen wir genauer hinschauen. Investitionen werden häufig unterstützt. Wenn anschließend beispielsweise eine Heizungsanlage in einer Tennishalle repariert werden muss oder laufende Unterhaltskosten entstehen, stehen Vereine dagegen schnell ziemlich allein da. Dabei nützt uns eine Investition wenig, wenn der dauerhafte Betrieb anschließend zum finanziellen Kraftakt wird.
Und dann ist da noch die Bürokratie.
Wenn für Veranstaltungen Genehmigungen, TÜV-Abnahmen, Sicherheitskonzepte und zahlreiche Unterlagen erforderlich sind, brauchen ehrenamtlich organisierte Vereine eine Verwaltung, die ihnen dabei hilft.
Warum gibt es nicht einen festen Ansprechpartner bei der Stadt, der Vereine bei Sicherheitskonzepten unterstützt, Fragen beantwortet und beim Ausfüllen notwendiger Unterlagen hilft?
Das gilt auch für Veranstaltungen wie den Weihnachtsmarkt des TSV 08 in Seppensen. Hier besteht der Wunsch nach mehr Unterstützung bei Technik und Finanzierung - und nach weniger unnötigen bürokratischen Hürden.
Denn eines wurde im Gespräch sehr deutlich: Ohne Freiwilligendienstleistende und Ehrenamtliche sind viele dieser Angebote kaum noch zu stemmen.
Auch über Räume und Flächen haben wir gesprochen. Der TSV 08 wünscht sich hier die gleichen Möglichkeiten wie andere Vereine. Dabei sollten wir kreativ sein. Buchholzer Höfe, Galerie oder vorübergehend leerstehende Geschäfte in unserer Innenstadt können zumindest kurzfristig Möglichkeiten eröffnen.
Nicht jede Frage kann die Stadt selbst lösen. Das gilt beispielsweise für die GEMA-Gebühren. Hier wünsche ich mir auf Bundesebene bessere und einfachere Regelungen für gemeinnützige Vereine.
Was nehme ich aus diesem Gespräch mit?
Unsere Vereine brauchen Wertschätzung. Aber Wertschätzung darf nicht bei einem Dankeschön aufhören. Sie braucht gute Sportflächen, weniger Bürokratie, verlässliche Ansprechpartner und eine Förderung, die auch Reparaturen und laufende Belastungen im Blick hat.
Danke, Hu Sanae Kaisik, für das offene Gespräch, die konkreten Beispiele und auch für die Punkte, bei denen wir als Stadt besser werden können.
Genau dafür gibt es „Heike hört zu": zuhören, nachfragen und anschließend schauen, was wir gemeinsam besser machen können.