Heike hört zu: „Wir dürfen uns nicht im Klein-Klein verlieren“

Mein erstes Gespräch in der Reihe „Heike hört zu“ führte mich zu Carsten Reck vom Movieplexx Kino in Buchholz. Ein Gespräch über Kultur, mutige Ideen, eine gepflegte Innenstadt – und darüber, warum Buchholz manchmal mehr machen und weniger darüber reden sollte, warum etwas nicht geht.

Mir ist wichtig, im Wahlkampf nicht nur zu erzählen, was ich vorhabe. Ich möchte zuhören. Menschen treffen, die Buchholz kennen, hier arbeiten, Verantwortung übernehmen und ihre ganz eigene Sicht auf unsere Stadt haben.

Deshalb gibt es meine Gesprächsreihe „Heike hört zu“.

Und schnell wurde deutlich: Carsten Reck wünscht sich von Politik und Verwaltung vor allem mehr Mut, klare Entscheidungen und den Willen, gemeinsam etwas für Buchholz zu bewegen.

Ein wichtiger Punkt unseres Gesprächs war die Zusammenarbeit in der Politik. Gute Ideen sollten nicht daran scheitern, von welcher Fraktion sie kommen. Es geht um Buchholz. Und manchmal, so seine Kritik, verliere man sich zu sehr im Klein-Klein, statt gemeinsam größere Ideen anzupacken.

Dabei berichtete er mir auch von eigenen Erfahrungen. Zur Fußball-WM 2006 gab es von ihm und Herrn Stephan Schmidt beispielsweise die Idee einer Liveübertragung im Rathauspark. Auch eine Kulturbahnhof mit Kino, Kunstverein, den Kleinkunsttheatern, Club, Gastronomie, der Drehscheibe als großen Open- Air- Platz und vielem mehr im und am alten Lokschuppen waren einmal Thema. Ideen, aus denen aus seiner Sicht etwas Besonderes für Buchholz hätte entstehen können. Sein Eindruck: Statt solche Initiativen möglich zu machen, wurden ihm von Stadt und Politik immer wieder Steine in den Weg gelegt.

Genau darüber müssen wir sprechen.

Natürlich kann nicht jede Idee umgesetzt werden. Es gibt Regeln, Kosten und unterschiedliche Interessen. Aber unsere erste Frage sollte häufiger lauten: „Wie können wir das möglich machen?“ – und nicht: „Warum geht das nicht?“

Spannend fand ich auch unsere Diskussion über den Kulturpass. Die Idee begrüßt Carsten Reck ausdrücklich. Er regte aber an, ihn möglichst breit aufzustellen und Kultur-, Kunst- und Sportangebote einzubeziehen. Gleichzeitig könnte das Guthaben je Einrichtung begrenzt werden. So würde der Pass dazu anregen, unterschiedliche Angebote in Buchholz kennenzulernen und auszuprobieren.

Ein weiteres Thema war unsere Innenstadt. Sein Wunsch ist klar: Buchholz muss sauberer und gepflegter werden. Eine attraktive Innenstadt beginnt eben nicht erst bei großen Bauprojekten. Sie beginnt auch bei sauberen Straßen und Plätzen und einem Umfeld, in dem man sich gerne aufhält.

Und noch etwas nehme ich aus dem Gespräch mit: Menschen erwarten von Politik klare Aussagen. Nicht jede Antwort muss jedem gefallen. Aber Politik sollte sagen, was sie will, Entscheidungen treffen und anschließend auch handeln. Keine weichgespülten Phrasen und keine endlosen Diskussionen darüber, warum etwas angeblich nicht funktioniert.

Ich habe aus diesem ersten Gespräch einiges mitgenommen. Nicht, weil wir in jedem Punkt zwingend derselben Meinung sein müssen. Sondern weil genau das der Sinn von „Heike hört zu“ ist: zuhören, nachfragen, andere Perspektiven kennenlernen – und daraus Ideen für Buchholz entwickeln.

Danke, Carsten Reck, für das offene und klare Gespräch.

Ich habe Bock auf eine Stadt, die gute Ideen nicht zuerst ausbremst, sondern ihnen eine Chance gibt.