Heike hört zu – Teil 3: Im Gespräch mit Dr. Marcel du Moulin
Heike hört zu – Teil 3: Im Gespräch mit Dr. Marcel du Moulin
Was brauchen Familien in Buchholz? Wie können wir Kindern von Anfang an gute Voraussetzungen geben? Und was muss sich verändern, damit Ärztinnen und Ärzte wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben?
In der dritten Folge von „Heike hört zu“ habe ich mit dem Buchholzer Kinderarzt Dr. Marcel du Moulin gesprochen. Für mich war es ein besonders interessantes Gespräch, weil schnell deutlich wurde, wie eng Familienpolitik, Bildung und Gesundheitsversorgung miteinander verbunden sind.
Kinderarztpraxis ist längst mehr als Medizin
Ein wichtiger Punkt unseres Gesprächs war der große Beratungsbedarf vieler Familien. In der Kinderarztpraxis geht es längst nicht mehr ausschließlich um Krankheiten, Vorsorgeuntersuchungen oder Impfungen.
Eltern suchen auch bei ganz anderen Problemen Rat und Unterstützung. Das zeigt, wie wichtig gut erreichbare Familienhilfen und Beratungsangebote sind.
Für mich bedeutet das: Wir müssen Familien früher unterstützen und Hilfen möglichst unkompliziert zugänglich machen. Nicht jedes Problem ist medizinisch – trotzdem landen viele dieser Fragen am Ende in den Arztpraxen.
Gesundes Essen muss früh anfangen
Ausführlich gesprochen haben wir auch über die Ernährung von Kindern. Dr. du Moulin erlebt in seinem Praxisalltag, dass Kinder teilweise immer ungesünder oder sehr einseitig essen. Auch ein zu hohes Körpergewicht spielt bei Kindern eine Rolle.
Deshalb dürfen wir mit guter Ernährung nicht erst anfangen, wenn bereits Probleme entstanden sind.
Frisches, gesundes und abwechslungsreiches Essen gehört für mich schon in Krippe und Kita und später selbstverständlich auch in die Grundschule.
Genau hier setzt auch eine konkrete Idee unseres SPD-Wahlprogramms an: Wir wollen das Mittagessen in Krippe, Kita und Grundschule für zwei Euro pro Mahlzeit anbieten. Damit können Familien um bis zu 60 Euro pro Kind und Monat entlastet werden.
Das Essen soll frisch und möglichst in Bioqualität durch eine stadteigene Gesellschaft zubereitet werden. Eine zentrale Küche mit professionellen Köchinnen und Köchen sowie Küchenkräften könnte mehrere Einrichtungen versorgen. Dadurch können wir beim Einkauf sparen, krankheitsbedingte Ausfälle besser auffangen, Arbeitsplätze vor Ort schaffen und unnötige Transportwege vermeiden.
Perspektivisch könnte eine solche Küche auch weitere öffentliche Einrichtungen in Buchholz versorgen.
Für mich ist dabei entscheidend: Gutes und gesundes Essen für Kinder darf keine Frage des Geldbeutels sein.
Ein starkes MVZ für Buchholz
Ein weiterer Schwerpunkt unseres Gesprächs war die Zukunft der ärztlichen Versorgung.
Die Erwartungen vieler junger Ärztinnen und Ärzte an ihren Beruf haben sich verändert. Nicht alle wollen heute eine eigene Praxis führen und damit das wirtschaftliche Risiko, die Bürokratie, die Abrechnung mit Krankenkassen und die Verantwortung als Unternehmer übernehmen.
Viele möchten lieber im Angestelltenverhältnis arbeiten und sich stärker auf das konzentrieren, was eigentlich im Mittelpunkt stehen sollte: die Menschen und ihre Gesundheit.
Genau deshalb sehe ich große Chancen in einem starken Medizinischen Versorgungszentrum (MVZ) für Buchholz.
Wir wollen ein MVZ mit Erweiterungsmöglichkeiten und zusätzlichen Facharztstellen. Ärztinnen und Ärzte sollen dort auch im Angestelltenverhältnis arbeiten können. Damit können wir attraktive Arbeitsbedingungen schaffen und gleichzeitig die medizinische Versorgung in unserer Stadt langfristig sichern.
Ein kommunales MVZ bedeutet für mich auch, dass Buchholz bei der Gesundheitsfürsorge und Gesundheitsvorsorge selbst stärker Verantwortung übernehmen kann. Wenn langfristig Überschüsse erwirtschaftet werden, könnten diese wieder in das MVZ, zusätzliche Angebote und seine weitere Entwicklung investiert werden.
Das Ziel ist dabei ganz einfach:
Ärztinnen und Ärzte sollen wieder mehr Zeit für ihre Patientinnen und Patienten haben.
Zuhören, verstehen und handeln
Ich danke Dr. Marcel du Moulin herzlich für seine Zeit und das offene Gespräch. Gerade die Erfahrungen von Menschen, die jeden Tag unmittelbar mit Kindern und Familien arbeiten, sind für mich wichtig.
Ich möchte als Bürgermeisterin nicht vom Schreibtisch aus entscheiden, was Buchholz angeblich braucht. Ich möchte zuhören, Erfahrungen ernst nehmen und daraus konkrete Lösungen entwickeln.
Genau dafür gibt es „Heike hört zu“.
Zuhören. Verstehen. Machen.
Ich habe Bock auf Buchholz.