Heike hört zu – Teil 8: Zu Besuch bei NISA e.V.

Wie gelingt echte Inklusion? Und was brauchen Kinder, Familien und Menschen mit Behinderung, damit Teilhabe nicht nur auf dem Papier steht, sondern im Alltag funktioniert?

Darüber habe ich bei meinem Besuch bei NISA e.V. in Buchholz mit Geschäftsführer Lars Finck gesprochen.

NISA steht für „Netzwerk für Inklusion in Sozialarbeit und Assistenz“.


Der Verein setzt sich dafür ein, Menschen mit Behinderung eine möglichst selbstbestimmte und gleichberechtigte Teilhabe zu ermöglichen. Das Angebot reicht unter anderem von Schulassistenz über persönliche Assistenz bis hin zur Unterstützung beim selbstständigen Wohnen.

Ein wichtiger Teil unseres Gesprächs war die Situation von Kindern und Jugendlichen. Gerade in der Schule zeigt sich, ob Inklusion tatsächlich funktioniert. Schulassistenzen können Kinder und Jugendliche entsprechend ihres individuellen Unterstützungsbedarfs durch den Schultag begleiten und ihnen damit die Teilhabe an Bildung ermöglichen.

Für mich ist dabei klar: Wir brauchen verlässliche Strukturen statt ständig neuer Unsicherheiten. Gute Unterstützung muss sich am Bedarf des Kindes orientieren und gleichzeitig für Eltern, Schulen und die Menschen, die diese Arbeit leisten, verlässlich organisiert sein.

Diese Verlässlichkeit betrifft auch die Finanzierung. Soziale Träger müssen planen können. Deshalb sollte die Regelfinanzierung möglichst über mehrere Jahre gesichert und auch in ihrer Höhe feststehen, statt wichtige Angebote immer wieder nur kurzfristig abzusichern. Damit soziale Angebote nachhaltig weiterentwickelt werden können, benötigen Träger langfristige Finanzierungssicherheit.

Genauso wichtig ist der Zeitpunkt politischer Entscheidungen: Wenn eine Regelfinanzierung ausläuft oder in ihrer Höhe nicht weiter fortgeschrieben ist, darf nicht erst kurz vor Schluss oder sogar danach darüber gesprochen werden, wie es weitergeht. Die Beratungen über eine weitere Förderung müssen rechtzeitig beginnen und Entscheidungen so früh getroffen werden, dass die Träger Planungssicherheit haben.

Denn hinter dieser Regelfinanzierung stehen nicht nur Haushaltszahlen. Dahinter stehen Mitarbeitende, Angebote und vor allem Menschen und Familien, die
sich darauf verlassen müssen, dass Unterstützung auch morgen noch da ist.

Auch außerhalb der Schule dürfen wir Familien nicht alleinlassen. Ferienzeiten, Betreuung und Entlastungsmöglichkeiten stellen Familien mit Kindern mit besonderem Unterstützungsbedarf immer wieder vor große Herausforderungen. Hier müssen die verschiedenen Akteure besser zusammenspielen und vorhandene Angebote so gestaltet werden, dass sie die Familien tatsächlich erreichen.

Was ich aus dem Gespräch mitnehme: Inklusion ist eine gemeinsame Aufgabe. Sie gelingt nicht allein durch Gesetze und Konzepte, sondern vor allem durch Menschen, die sie jeden Tag mit Leben füllen.

Vielen Dank an Lars Finck und das gesamte NISA-Team für den offenen Austausch, die Einblicke in eure Arbeit und euren täglichen Einsatz.

Für mich gilt auch nach der Kommunalwahl: Ich werde weiter zuhören, hinschauen und diese Themen mit in meine Arbeit im Stadtrat nehmen.

 

Denn ich habe Bock auf Buchholz!