Heike hört zu – Teil 7: Zu Besuch im Tierheim Buchholz

Was passiert eigentlich mit einem Fundtier in Buchholz? Wie arbeitet unser Tierheim – und welche Unterstützung braucht es von der Stadt?

Darüber habe ich bei meinem Besuch im Tierheim Buchholz mit Herrn Frühauf und Herrn Pyka gesprochen und mir die Arbeit vor Ort ausführlich zeigen lassen.

Aktuell leben dort 14 Hunde, 8 Kaninchen und rund 60 Katzen, von denen einige als Freigänger gehalten werden. Beeindruckt hat mich, mit wie viel Einsatz hier für jedes einzelne Tier gearbeitet wird.

Fundtiere werden nicht einfach zu den anderen Tieren gesetzt. Sie kommen zunächst direkt zum Tierarzt und anschließend für 14 Tage in Quarantäne. Erst danach können sie zu den anderen Tieren. Auch die Tiere, die länger im Tierheim bleiben, werden regelmäßig tierärztlich betreut.

Eine besondere Verantwortung trägt das Tierheim auch bei schwierigen Fällen. Zurzeit leben dort beispielsweise zwei als gefährlich eingestufte Hunde aus der Süderstraße. Das Buchholzer Tierheim ist nach Angaben meiner Gesprächspartner das einzige Tierheim im näheren Umkreis, das solche Tiere aufnehmen darf.

Ein Tierheim kostet Geld – und gute Arbeit muss finanziert werden

Das Tierheim übernimmt als Tierfundstelle für Buchholz eine wichtige kommunale Aufgabe. Im Gespräch mit Herrn Frühauf, Herrn Gaßmannund Herrn Pyka wurde aber deutlich, dass die derzeitige Finanzierung aus ihrer Sicht nicht ausreichend ist.

Ein Punkt ist die vereinbarte Fundtierpauschale. In Buchholz sind darin auch die Kosten für Tierarztbesuche enthalten. Nach Angaben des Tierheims gibt es in anderen Kommunen Vereinbarungen, bei denen diese Kosten anders geregelt sind.

Deshalb sollten wir uns die Verträge und Pauschalen vergleichbarer Kommunen und Tierheime anschauen. Wenn sich dabei zeigt, dass die Buchholzer Regelung das Tierheim finanziell benachteiligt, sollten Stadt und Tierheim über eine Anpassung sprechen.

Auch bei der Instandhaltung entstehen erhebliche Kosten. Das Tierheim befindet sich auf einem Pachtgrundstück, muss sich aber selbst um Gebäude und Anlagen kümmern. Gerade die deutlich gestiegenen Materialkosten machen notwendige Arbeiten immer teurer.

Aktuell werden beispielsweise die Unterstände in den Hundezwingern erneuert. Dabei sollen Metallpfosten verwendet werden. Sie sind zwar zunächst teurer, dafür aber wesentlich langlebiger.

Hier sollten wir darüber sprechen, wie die Stadt notwendige Instandhaltungsmaßnahmen gezielt unterstützen kann. Wer möchte, dass das Tierheim seine wichtige Aufgabe langfristig erfüllt, muss auch die Bedingungen dafür im Blick behalten.

Und was bedeutet eine östliche Umfahrung für das Tierheim?

Auch die mögliche östliche Umfahrung war Thema unseres Gesprächs. Herr Frühauf, Herr Gaßmann und Herr Pyka sehen diese kritisch, weil sie befürchten, dass das Tierheim dadurch noch stärker von Buchholz abgeschnitten würde.

Diese Sorge gehört für mich in die weitere Diskussion.

Sollte eine entsprechende Straßenplanung Auswirkungen auf den heutigen Standort haben, wäre es sinnvoll, frühzeitig gemeinsam nach einer geeigneten Ausgleichsfläche für ein modernes und langfristig gesichertes Tierheim zu suchen. Dabei müssen Erreichbarkeit, ausreichend Platz, Auslaufmöglichkeiten und die besonderen Anforderungen des Tierschutzes von Anfang an berücksichtigt werden.

Ein Teich für das „Seepferdchen“

Neben all den ernsten Themen gab es beim Rundgang auch einen Ort, der mir besonders in Erinnerung geblieben ist: den großen Auslauf für die Hunde mit eigenem Teich.

Hier können die Hunde laufen, spielen – und der eine oder andere kann sogar sein ganz persönliches „Seepferdchen“ machen. 🐕💦

Der Besuch hat mir noch einmal gezeigt, wie viel Arbeit hinter einem funktionierenden Tierheim steckt. Es geht um Tierwohl und Tierschutz, aber genauso um Gebäude, Personal, Tierarztkosten und eine verlässliche Finanzierung.

Vielen Dank an Herrn Frühauf, Herrn Gaßmann, Herrn Pyka und das gesamte Team des Tierheims für den offenen Austausch, den ausführlichen Rundgang und vor allem für die tägliche Arbeit für die Tiere.

Für mich nehme ich mit: Wir sollten die Finanzierung der Fundtierbetreuung überprüfen, bei notwendigen Investitionen genauer hinschauen und die Zukunft des Tierheimstandortes frühzeitig mitdenken.

Denn auch das gehört zu einer Stadt, in der wir gerne leben: Verantwortung für diejenigen zu übernehmen, die nicht selbst für sich sprechen können.

Ich habe Bock auf Buchholz!